Neuartiger Bluttest für schnelle Diagnose

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Mit der „Echtzeit-Verformbarkeitszytometrie“ lassen sich Tausende von Zellen in einem Blutstropfen in nur wenigen Minuten auf ungewöhnliche Erscheinung und Verformbarkeit hin untersuchen. Dieser neuartige Bluttest verspricht, die korrekte Diagnose vieler Krankheitsbilder wie Leukämie, Malaria, bakterielle oder virale Infektionen zu beschleunigen. Die Hoffnung: Therapien schneller beginnen und genauer durchzuführen.

Zellen in Form

Gerade wenn es schnell gehen muss, kann die „Real-Time Deformability Cytometry" (RT-DC) als erste Blutuntersuchung entscheidende und zusätzliche Informationen für eine Diagnose liefern. Dazu gewinnen Labormediziner aus einer Blutprobe einen kleinen Tropfen Blut und lassen ihn dann extrem schnell durch einen engen mikrofluidischen Kanal fließen. Eine Hochleistungskamera filmt den Prozess, ein Computer-Algorithmus analysiert auf Basis der Bilder die Größe und Steifigkeit der Blutzellen in Echtzeit. Forscher an der TU Dresden konnten zeigen, dass sich so charakteristische Veränderungen erkennen lassen, die die Blutzellen als Folge von Malaria, Sphärozytose, bakteriellen und viralen Infektionen und Leukämie betreffen.

Therapiekontrolle aus dem Messkanal

Mit dem neuen Verfahren können Mediziner 1.000 Zellen pro Sekunde im Messkanal analysieren. Aus den Erkenntnissen lassen sich konkrete diagnostische Tests für eine Vielzahl von Blutkrankheiten entwickeln. Der Ansatz könnte auch genutzt werden, um zu testen, welche Medikamente zur Behandlung einer bestimmten Krankheit eingesetzt werden sollten – und um zu überwachen, ob die Behandlung wie geplant voranschreitet. Ersetzen kann das neue Verfahren das breite Spektrum spezialisierter Testverfahren natürlich nicht. Die Wissenschaftler der TU Dresden hoffen aber, mittels der RT-DC eine diagnostische Alternative und Ergänzung zu etablieren.

 

Quelle:

TU Dresden