Morbus Crohn: Differenzialdiagnostik mit fäkalen Markern

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Bei Verdacht auf M. Chrohn müssen Ärzte im Zuge der Diagnostik funktionelle Störungen des Darms ausschließen. Studien zeigen: Dabei kann die Bestimmung fäkaler Entzündungsmarker wie Calprotectin sinnvoll sein.

Stuhlmarker mit hoher Sensitivität

Calprotectin wird bei intestinaler Entzündung im Stuhl ausgeschieden. Dieses Neutrophilenprotein korreliert Studienergebnissen zufolge mit der endoskopisch feststellbaren Aktivität bei M. Chron. Einer Berechnung auf Basis der Auswertung von 13 Studien zufolge kann der Wert mit einer Sensitivität von 93 Prozent und einer Spezifität von 96 Prozent für Erwachsene funktionelle Ursachen von entzündlichen Ursachen unterscheiden. Für Kinder und Heranwachsende errechneten die Wissenschaftler Werte bei 92 Prozent und 76 Prozent. Einschränkungen gibt es jedoch bei Patienten, deren chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED) sich nur im Dünndarm auswirkt. Bei Betroffenen fällt der Wert oft negativ aus, obwohl eine Erkrankung vorliegt.

Weniger Belastung für Patienten, Rezidive früher erkennen

Nach Ansicht der Mediziner erlaubt die hohe Sensitivität des Markers Calprotectin es jedoch, die Diagnose CED bei Patienten mit niedriger Ausgangswahrscheinlichkeit weitgehend auszuschließen. Vorteil für Betroffene: Eine Koloskopie wird erst bei länger persistierenden Beschwerden notwendig. Calprotectin könnte ebenfalls als Marker für die Früherkennung von Rezidiven bei M. Crohn herangezogen werden, da endoskopische Rezidive mit hoher Sensitivität und Spezifität vor Auftreten klinischer Symptome erkannt würden. Die Mediziner bescheinigten dem Stuhlcalprotectinwert einen guten negativ prädiktiven Wert.

 

Quelle:

Ärztezeitung online