Krebs: Darmbakterien als Biomarker

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Das Darmmikrobiom entwickelt sich zu einem potenziellen Biomarker. Die den Darm bevölkernden Mikroorganismen könnten Ärzte bei der Erfolgsprognose einer Immuntherapie bei Krebspatienten unterstützten. Das legen Studien nahe. Sie zeigen: Patienten lassen sich auf Grundlage der Zusammensetzung ihres Darmmikrobioms in Responder und Non-Responder einer Immuntherapie einteilen. Zudem erforschen Wissenschaftler, ob sich gezielte Veränderungen des Mikrobioms im Darm positiv auf den Therapieerfolg auswirken.

Mit Gensequenzierung und PCR-Tests den Darmbakterien auf der Spur

Wissenschaftler an der Universität von Chicago, Illinois, sammelten Stuhlproben von 42 Krebspatienten, die wegen eines metastasierenden Melanoms mit PD-1-Hemmern oder mit CTLA-4-Hemmern behandelt wurden. Für die Analyse der Stuhlproben nutzten die Mediziner 16S-RNA-Sequenzierung und metagenomischer Shotgun-Sequenzierung unter Einsatz der Spezies-spezifischen PCR für die Arten, die bestätigte Primer hatten. So stellten sie fest, welche Bakterienarten im Darmmikrobiom derjenigen Patienten die auf die Immuntherapie gut ansprachen, Bakterienarten besonders reichhaltig lebten.

Acht Bakterienarten für gute Therapieansprache

Die Responder zeigten eine Mikroflora, die reich war an Enterococcus faecium, Collinsella aerofaciens, Bifidobacterium adolescentis, Klebsiella pneumoniae, Veillonella parvula, Parabacteroides merdae, Lactobacillus species und B. longum. Non-Responder wiesen dagegen eine Mikroflora auf, in der Ruminococcus obeum und Roseburia intestinalis dominierten. Einig sind sich Mediziner darin, dass das Mikrobiom durch Diät, die Verwendung von Antibiotika oder Probiotika oder durch eine Stuhltransplantation gezielt beeinflusst werden kann. Daher forschen Wissenschaftler weiter daran, ob und wie die sich Veränderung des Darmmikrobioms für die Krebstherapie nutzen lässt.

 

Quelle:

 

Darmbakterien als Biomarker: Lässt sich über das Mikrobiom das Ansprechen auf eine Immuntherapie bei Krebs beeinflussen? - Medscape - 22. Jan 2018.