Krankhafte Hypoglykämien: auch bei bei Menschen ohne Diabetes

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Herzklopfen, Zittrigkeit, Schweißausbrüche und Heißhunger – das hat wohl jeder schon mal erlebt. Auslöser ist oft eine Unterzuckerung. Die kann auch bei Menschen ohne Diabetes krankhaft auftreten. Bei der Diagnose spielen auch Labortests eine Rolle.

Seltene Stoffwechselerkrankungen als Ursache

Zu den Ursachen krankhafter Hypoglykämien bei Nichtdiabetikern gehören Stoffwechselleiden wie Zuckerresorptionsstörungen, Fruktose- und Galaktose-Intoleranz sowie verschiedene Glykogenspeicherkrankheiten wie die Glykogenosen vom Typ-1 (von Gierke) und Typ-3 (Cori). Bei Verdacht auf eine Glykogenspeichererkrankung ist es möglich, mittels genetischen Untersuchungsmethoden ursächliche Genveränderungen direkt nachzuweisen und so den Krankheitstyp festzulegen. Zur Diagnose führen zudem Laborwerte der Glukose- und Laktatspiegel nach einer Mahlzeit und nach 3 bis 4 Stunden Fasten. Je nach Krankheitstyp sind auch Harnsäure, Triglyzeride und Cholesterolspiegel im Serum erhöht. Weiteren Labortests wie Enzymbestimmungen in Blutzellen oder in aus Muskel beziehungsweise Leber entnommenem Gewebe stützen die Diagnose.

Insulinom erkennen

Hypoglykämien können aber auch durch einen Tumor in den Betazellen des Pankreas verursacht werden. Diese Insulinome sind mit einem Fall pro eine Million Einwohnern sehr selten. Zur Diagnostik ist nach wie vor der Hungerversuch wichtig: Ab Beginn des Nahrungsentzugs werden alle vier Stunden die Blutzuckerwerte gemessen. Zum Nachweis dienen zudem stets die Insulinwerte sowie unter Umständen Proinsulin und C-Peptid.  Auch das Glukose-Insulin-Verhältnis kann weitere Auskünfte geben. Ein oraler Glukosetoleranztest fällt interessanterweise meist pathologisch im Sinne eines Diabetes oder Prädiabetes aus.

 

Quellen:

Ärztezeitung

Orphanet