Immer mehr Patienten mit nicht-alkoholischer Fettleber

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Experten der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) rechnen zukünftig mit mehr Patienten, die an einer nicht-alkoholischen Fettleber (NAFLD) erkranken. Der Grund: Adipositas und Diabetes, die die Entstehung einer NAFLD begünstigen, nehmen zu. Zur Risikokontrolle eignen sich kombinierte Labortests.

30 Prozent der NAFLD-Patienten mit Leberentzündung

Bereits jetzt leben mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland mit einer NAFLD, Tendenz steigend. Der Befund trifft auf jeweils rund 80 Prozent der Adipösen und der Diabetiker zu. Bedenklich: Diabetes-Patienten mit Adipositas entwickeln mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent eine Fettleber. Die Erkrankung steigert das Mortalitätsrisiko um das Zwei- bis Dreifache. Bis zu 30 Prozent der NAFLD-Patienten entwickeln zudem eine nicht-alkoholische Steatohepatitis. Langfristig kann die Leberentzündung zu Leberzirrhose und zum Leberzellkarzinom führen.

Leberzirrhose mit Labortests frühzeitig erkennen

Um Risikopatienten frühzeitig zu erkennen, eignet sich Studien zufolge vor allem der  NAFLD Fibrosis Score. Er setzt sich neben dem Alter und dem BMI vor allem aus Laborwerten zusammen: Blutzucker, GOT, GPT, Thrombozyten und Albumin. Studien belegen für diese Kombination  einen positiven Vorhersagewert 82 bis 90 Prozent bzw. einen negativer Vorhersagewert von 88 bis 93 Prozent. Ein erhöhtes Risiko einer höhergradigen Fibrose wurde für Patienten mit BMI > 32 kg/m², Alter > 45 Jahre, Diabetes und einem GOT/GPT-Verhältnis beschrieben.

 

Quellen:

Nicht-alkoholische Fettleber: Etwa 10 Millionen Menschen sind hierzulande erkrankt – hohe Therapie- und Folgekosten drohen - Medscape - 9. Jun 2017.

Ärzteblatt