HPV-Impfung: RKI-Faltblatt unterstützt Ärzte bei Beratung

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Die Impfung gegen Hochrisiko-HP-Viren trägt dazu bei, das Risiko für Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses deutlich zu minimieren. Seit über zehn Jahren gehört die HPV-Impfung für Mädchen zum Leistungskatalog der GKV; im September 2018 beschloss der G-BA auch die Kostenübernahme für Jungen. Dennoch ist nicht einmal jedes zweite Mädchen geimpft. Das Robert Koch-Institut (RKI) unterstützt Ärzte nun mit einem Info-Faltblatt bei der Beratung.

Vorteile der HPV-Impfung deutlich machen

Leicht verständliche Infografiken, die wichtigsten Daten und Fakten übersichtlich aufbereitet – das RKI-Faktenblatt zur HPV-Impfung erleichtert das Gespräch über das offenbar für viele Familien heikle Thema HPV sowohl für Ärzte als auch Eltern und Kinder. Das scheint dringend nötig. Obwohl Mädchen sich bereits seit 2007 gegen HPV impfen lassen können, liegt die Durchimpfungsrate nach Angaben des RKI bei nur 45 Prozent. Zum Vergleich: In Australien nutzen 80 Prozent der anspruchsberechtigten Mädchen die HPV-Impfung. Auch in England, den Niederlanden und Skandinavien lassen sich mehr Mädchen impfen als in Deutschland, so Nobelpreisträger Harald zur Hausen auf dem Krebskongress 2018.

Weniger Krebsfälle durch HPV-Impfung

Neben detaillierten Informationen zum Warum und Wie zeigt das RKI-Faltblatt auch auf, wie sehr die öffentliche Gesundheit von der HPV-Impfung profitieren kann. Modellrechnungen zufolge könnte auf Grundlage der aktuellen Impfquote die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs in Deutschland im Verlauf der nächsten 100 Jahre um mehr als die Hälfte gesenkt werden (163.000 Erkrankungen weniger). Wenn bei Jungen eine vergleichbare Impfquote erreicht wird, können zusätzlich mehr als 76.000 weitere HPV-bedingte Krebsfälle bei Frauen und Männern verhindert werden. Je mehr Mädchen und Jungen geimpft werden, desto mehr Krebsfälle lassen sich verhindern.

 

Quellen:

Ärztezeitung online

Robert Koch-Institut