Grippe: früh in antivirale Therapie einsteigen und über Impfung informieren

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Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) steigt die Zahl der Grippefälle langsam an. Bei erkrankten Risikopatienten sollten behandelnde Mediziner früh antivirale Therapien erwägen, raten Experten. Zudem mindert auch eine Impfung das Infektionsrisiko.

Bei akuter Atemwegserkrankung an Grippe denken

In der 47. Meldewoche (MW) wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 81 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt, darunter 58 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen gemäß Referenzdefinition. Etwa jeder fünfte der Patienten musste im Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt, so das RKI, liegt die Aktivität von Atemwegsviren dieses Jahr höher als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Generell sollten Ärzte  während einer Grippewelle bei allen Patienten mit akuter Atemwegserkrankung an Influenza denken – unabhängig davon, ob die Patienten geimpft sind oder nicht, betont das RKI. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf (Grunderkrankung, höheres Alter) sollten Mediziner frühzeitig eine antivirale Behandlung in Betracht ziehen.

Zur Impfung raten

Impfen ist auch sinnvoll, wenn die Grippewelle bereits rollt. Zwar dauert es zehn bis 14 Tage, bis sich der Schutz vollständig aufgebaut hat. Dennoch minimiert eine Impfung das Risiko, sich anzustecken. Vor dem Hintergrund der schweren Grippewelle im vergangenen Jahr empfiehlt das RKI, sich besser vor Ansteckung zu schützen. Darum empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO)  die Impfung für alle Personen über 60, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal. Hier besteht Aufklärungs- und Nachholbedarf:  In in der Grippesaison 2016/2017 waren in der Ärzteschaft 61,4 Prozent geimpft, beim Pflegepersonal 32,5 Prozent und bei therapeutischen Berufen 34,2 Prozent. In der Bevölkerung waren gerade einmal 34,8 Prozent der Personen über 60 Jahre geimpft.

 

Quellen:

Ärztezeitung

RKI