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Blasentumor

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Test ermöglicht frühzeitige Diagnose

Ein Krebs der Harnblase ist ein äußerst „heimtückischer“ Tumor. Denn er kann jahrelang wachsen, ohne dass sich Beschwerden einstellen und die Betroffenen davon etwas merken. Für einen Blasenkrebs gilt jedoch, was auch für viele andere Krebserkrankungen gilt: Je früher er erkannt wird, desto besser sind die Behandlungs- und Heilungschancen. Wenn plötzlich, wie aus heiterem Himmel kommend, der Urin einmal oder wiederholt blutig verfärbt ist, besteht der dringende Verdacht auf Blasenkrebs. Leider tritt dieses Leitsymptom nicht zu Beginn der Erkrankung auf. Weitere Beschwerden, die den Verdacht auf einen Blasentumor nahelegen, sind ein erschwertes, bisweilen schmerzhaftes Wasserlassen und häufiger Harndrang. Die Symptome können jedoch auch als Blasenentzündung fehlgedeutet werden. Damit besteht die Gefahr, dass die Diagnose Blasentumor monatelang verschleppt wird. Dies ist umso fataler, da es beim Blasenkrebs keine echten Frühsymptome gibt.

Blasenkrebs – Risikofaktoren
Männer erkranken ca. zweieinhalb Mal so häufig wie Frauen an Blasenkrebs. Die Sterberate hingegen liegt bei Frauen höher. Tumoren der Blase und der oberen Harnwege sind die am besten untersuchten Krebsarten im Zusammenhang mit Risikostoffen aus der Arbeitswelt. Demnach sind besonders Arbeitnehmer in der chemischen, Gummi-, Farbstoff- und Lederindustrie sowie Tankwarte, Friseure und Fernfahrer gefährdet. Zudem haben insbesondere Raucher und Personen, die jahrelang Schmerzmittel einnehmen, ein erhöhtes Krebsrisiko. Des Weiteren begünstigen chronische Blasenentzündungen und Harnabflussstörungen die Entstehung von Blasenkrebs. Die Krebs auslösenden Substanzen werden in der Industrie und beim Rauchen über die Haut oder mit der Atemluft aufgenommen und anschließend mit dem Urin wieder ausgeschieden. Auf diesem Weg kommen sie mit der Harnblase in Kontakt. Die Zeitspanne, bis sich ein Tumor bildet, kann 15 bis 30 Jahre betragen.

Blutiger Urin – was tun?
Die Ursache für Blut im Urin – auch wenn es nur einmal auftritt – muss beim Urologen abgeklärt werden. Dazu ist eine Standarddiagnostik festgelegt: eine Urinuntersuchung, eine Urinkultur zur Aufdeckung einer möglichen Infektion und eine Ultraschalluntersuchung des Harntrakts. Zur weiteren Abklärung kann eine Blasenspiegelung notwendig sein. Damit kann der Urologe die Harnröhre und die Blase nach Tumoren absuchen. Als zusätzliche Untersuchungsmethode steht die Urinzytologie zur Verfügung. In einer Urinprobe wird unter dem Mikroskop nach bösartig veränderten Zellen gefahndet. Diese Methode hat jedoch den Nachteil, dass sie oftmals zu falschen Ergebnissen führt, da sie nur eine sehr niedrige Empfindlichkeit für eine frühe Tumordetektion besitzt.

Diagnose mit dem NMP-22-Tumormarker
Für die frühzeitige Diagnose von Blasenkrebs gibt es einen Urin- Test, der doppelt so genau ist wie die Urinzytologie. Dieser detektiert den Tumormarker NMP 22 (Nukleäres Matrixprotein 22). Tumormarker sind Eiweiße, die von den Krebszellen vermehrt produziert werden. Das NMP 22 lässt sich im Urin nachweisen. Der NMP-22-Test ist zur Vorsorge, Diagnose und Therapie-überwachung von Blasenkrebs geeignet. Mit dem NMP 22 können auch mögliche Tumoren erkannt werden, die bei einer Blasenspiegelung nicht sichtbar sind. Es bedarf nur einer Urinprobe, nach 30 Minuten liegt das Ergebnis vor.

Wie wichtig eine möglichst frühzeitige Diagnose des Blasentumors ist, belegen die Zahlen: Bei bis zu 30 Prozent der Patienten liegt bei der Diagnose bereits ein Krebsstadium vor, in dem der Krebs in die Blasenwand eingewachsen ist und somit eine ungünstige Prognose hat. Durch eine frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Therapie können fatale Folgen sowie schwere Operationen, wie die vollständige Entfernung der Harnblase, verhindert werden. Deshalb ist es gerade bei Risikogruppen wie Rauchern und bestimmten Arbeitnehmern in der Industrie (siehe oben) wichtig, regelmäßig einen Vorsorgetest zu machen. Auch zur Therapieüberwachung leistet der Test Hilfe, da die Rückfallhäufigkeit groß ist. Bei bis zu 70 Prozent der Patienten treten nach einer Entfernung des Krebses durch die Harnröhre wieder Tumoren auf. Durch Verwendung des NMP 22-Tumormarker-Tests können die Intervalle zwischen unangenehmen Blasenspiegelungen vergrößert werden.

Behandlungsmethoden erfordern eine frühe und genaue Diagnostik
Die Behandlung eines Blasentumors besteht in der Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie. Diese Methoden werden kombiniert oder einzeln eingesetzt. Das Alter, der Gesundheitszustand des Patienten, Ausdehnung und Grad der Bösartigkeit des Tumors bestimmen die Therapie. Zirka 70 Prozent aller Blasentumoren werden in einem Stadium erkannt, in dem sie noch oberflächlich wachsen. Sie werden dann mit einer durch die Harnröhre eingeführten elektrischen Schlinge (transurethrale Resektion) abgetragen. Da die Rückfallhäufigkeit hoch ist, werden nach der Resektion in bestimmten Zeitabständen tumorhemmende Substanzen gegeben. Bei dieser lokalen Instillationsbehandlung wird die Substanz über einen Katheter in die Blase gespritzt. Auch sind regelmäßige Blasenspiegelungen zur Therapieüberwachung erforderlich.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 17. Februar 2012 um 14:53 Uhr
 
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